Sonntag, 30. Januar 2011

Gourmets von Sabine Rehfeld

Ich schaue den Hunden beim Fressen zu. Und denke mir so, es ist doch wirklich erstaunlich, welch unterschiedliche „Geschmäcker“ diese doch haben, wenn sie nicht kurz vor dem Verhungern sind.
Fangen wir mit Lillie an: Die würde – wenn sie dürfte – vorzugsweise aus dem Mülleimer fressen - ein spanisches Erbe. Papierkörbe am Wegesrand, weggeworfene Brötchen, das Würstchen, das ein vorbeigehendes Kind in der Hand hält. Alles lecker!! Und dann natürlich Grünzeug – die ersten Brennnesseln, die nach dem Winter wieder hervor schauen, das Klebkraut, das Menschen immer nur ärgert im Garten, und Chicoreeblätter.
Fritzi bevorzugte Nahrung, die bereits etwas hinter dem Verfallsdatum lag. Dazu hatte sie ihre eigene Methode. Sie verbuddelte alles im Garten. Holte sich die Gurken und Tomaten aus dem Gewächshaus, um sie im Sand zu vergraben. Leider versuchte sie das selbe mit den Igeln, wohl in der Hoffnung, dass die doofe stachlige Hülle schon noch abfällt.
Maxel fraß alles, ausnahmlos. Besonders gern Menschenessen, zur Not auch vom Tisch geklaute Leckerein. So wie Emma, deren dickes Bäuchlein und Popochen inzwischen an die Pute vom Bauern nebenan erinnert. Da muß der Minihund Charly schon aufpassen, dass er noch was abbekommt von den leckeren Ochsenzimmer, die nach einer längeren Kauzeit immer diese etwas gewöhnungsbedürftige Kaugummikonsistenz bekommen..
Bennos Bauch verträgt nur ganz wenige Dinge, er liebt aber Lachsöl auf Trockenfutter und getrocknetes Rindfleisch, natürlich auch den stinkigen Pansen, der soooo gesund seien soll, warum auch immer.

Was sie alle verbindet? Das Fressen des anderen schmeckt immer am besten! Und der Wunsch: Einmal den Kühlschrank allein öffnen können.