Samstag, 5. Juni 2010

"Charakterhunde" von Sabine Rehfeld

Manchmal erlebe ich Menschen mit ihren Hunden, bei denen ich denke: Och nee, das würde ich aber zu anstrengend/ nervig/beängstigend/verrückt finden, wenn das meiner wäre…
Dann denke ich an die Hunde zurück, die mein Leben begleiteten…unser Leben, das Leben meiner Kinder und meins. Und merke, da hat jeder seine Besonderheiten und Macken gehabt, die ein anderer Mensch bestimmt sehr schräg gefunden hätte.
Da war Max, aus einem deutschen Tierheim als Miniwelpe zu uns gekommen. Ein Mix aus Spitz und Schäferhund, unglaublich „gesprächig“, auch schnappig Fremden gegenüber, besonders Männer standen auf seiner Lieblingshassliste. Aber wenn er liebte, dann ganz und gar. Die Kinder übten mit dem klugen Hund kleine Dressuren in Garten, Wald und Flur ein und alle waren glücklich und gemeinsam. 18 Jahre wurde er alt und war ein Leben lang der Lieblingshund meiner Tochter.
Fritzi, aus einer Qualhaltung als Welpe geholt, wuchs und wuchs, als sie endlich richtig zu fressen bekam. Die Mixhündin aus Berner und Schäferhund war souverän, ruhig, wunderschön, führte das Matriarchat im Rudel ein und…jagte, was die vier Beine hergaben, kein Zaum war ihr zu hoch. Eines Tages stand sie mit einem Hahn im Maul wieder im Garten. Ich sprach ein paar sehr klare Worte über den Respekt vor allen Lebewesen mit ihr, und dass sie, wenn sie schon Hühner klauen muss, dann doch nicht den Hahn nehmen sollte! Und eine Stunde später der Bauer mit der Flinte und einer Anwartschaft auf einen Herzinfarkt vor der Tür. Der Hahn war natürlich der Chef eines Hühnerhofes gewesen! Und den Damen ging es auch nicht mehr gut! Gottlob der Haftpflichtversicherung.
Erst als alte Dame vergaß sie die Lust am Jagen und überließ das den Jüngeren. Und das war Benno, der Tierheimhund in Glanzschwarz. Doggenlabradormix, eine einst fast verhungerte Hundeseele. Und obwohl der Rüde so riesengroß und furchteinflößend aussieht, mit seinem Kopf, so groß wie ein Schuhkarton, lässt er sich von jedem Hund piesacken, der kleiner ist als er…in die Beine und die Ohren kneifen, bis wir Menschen dazwischen gehen, weil es nicht zum Aushalten ist. Ansonsten zieht er unabwendbar an der Leine…40 kg Dauertraining für Frauchen, deren rechter Arm inzwischen viel stärker ist, als der Linke, außerdem jagt er ebenso begeistert, wie Fritzi es tat.
Nachdem diese nach 15 Jahren auf die große Hundespielwiese gegangen ist, Benno so allein war, durften wir Lillie-Fee und die kleine Annabell – beide aus Spanien - kennen lernen und in unserem Leben begrüßen. Und meine Tochter hat inzwischen auch einen minikleinen schwarzen Pinschermix mit der Seele eines Löwen.
Und diese drei Hunde jetzt erst…jagen, nagen, kläffen, alle Menschen auf allen Wegen freudig begrüßen, Mülleimerinhalte auf dem Sofa sorgsam sortieren, „heimliche“ Schläfchen auf den Menschenbetten, sorgsam dekorierte Deko umdekorieren…auch wieder Geschichten, aus denen Literatur gemacht werden könnte und von denen andere Menschen bestimmt denken: Och nee…das wäre mir aber….
Charakterhunde!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Damit es nicht zu Verwirrungen führt:


Fee heißt jetzt Ghaliya. Die Erklärung dazu ist ganz einfach, die eigene Hündin der Pflegestelle heißt ebenfalls Fee und damit es nicht zu Irrungen und Wirrungen kam, heißt die schöne Saluki Mix Hündin Fee nun GHALIYA. Von ihrer Schwester Lilly, die bis Donnerstag bei uns zur Pflege ist, habe ich ja bereits erzählt dass es ein Traumhund ist. Wie schön, dass es gleich zwei davon gibt! Und Ghaliya sucht auch noch nach einem Zuhause. Wenn Sie also den Traum aller Hundebesitzer haben möchten, bewerben sie sich für Ghaliya, die laut Pflegefamilie ebenso ein Goldschatz ist wie Lilly.

Ein paar Bilder





von Siegfried, Parzival, Lohengrin und Brüdern

Besondere Hunde brauchen besondere Menschen

und im Fall von Siegfried und seinen Brüdern vielleicht Menschen mit besonders Großen Herzen. Seit ihrer Geburt warten die 5 außergewöhnlich hübschen Tiere im Tierheim von Olesa auf eine Vermittlung. Doch daraus war nie etwas geworden. Soviele Hunde und niemand der sie haben will und da sind die 5 süßen wohl einfach untergangen. Es kam wie es kommen musste und aus den einst wuschligen kleinen Teddybärchen wurde große erwachsene Hunde. Die zwar unglaublich schön sind, doch was wird aus einem Hund, der in seinem Leben nichts anderes gesehen hat, als die Innenseite eines Zwingers? Die Eindrücke der großen weiten Welt regnen auf die wundervollen Teddys ein und es muss sich sicherlich gaanz viel Verzweiflung in ihnen breit machen. Sie ist erst knapp 1 Jahr alt und deswegen ist es jetzt ganz besonders wichtig sie zu holen und zu betudeln damit sie merken "niemand will mir was böses, die Welt ist schön und gut zu mir". Denn wenn nicht jetzt, wann dann? Sollen sie ihr ganzes Leben hinter Gittern verbringen? Sicherlich braucht es ein wenig Geduld und sehr viel Liebe. Aber soetwas lohnt sich. Nicht nur für einen selbst, inbesonderem der Hund wird davon profitieren können. In einem Zwinger zu leben und so große Angst vor dem Leben zu haben - das tut einer Hundeseele gar nicht gut. Die beiden Brüder Siegfried und Parzival durften bereits vergangen Samstag nach Deutschland reisen - beide sind vermittelt und wir sind unglaublich dankbar dafür, dass wenigstens für die beiden in Zukunft endlich Sonne ins Leben kommt. Aber dann sind da auch noch Lohengrin und 2 weitere Brüder die in Spanien warten. Das ist soo traurig, aber wir sind zuversichtlich, dass auch die restlichen 3 Colliemischlinge gut vermittelt werden könnten. Vielleicht können Sie weiterhelfen?

Auch die süße Jana-Dreibein durfte




am Samstag endlich nach Deutschland kommen. Sie lebt nun auf einer Pflegestelle und wartet bereits sehnsüchtigt darauf vermittelt zu werden. Sie ist sooo süß, lustig und verspielt, sodass das fehlende Bein alles andere als auffällig ist. Sie ist laut Pflegestelle ein richtig aufgewecktes Hundekind, dem man wie gesagt das kleine Handicap nicht ansieht. Es wäre traumhaft, würde sie bald vermittelt werden!

Dienstag, 1. Juni 2010

Haben Sie Tipps und Anregungen

für den Inhalt dieses Tagebuchs? Möchten Sie zu einem Thema mehr wissen oder haben selbst eine interessante Geschichte über ihren Vierbeinigen Freund zu erzählen? Haben Sie ein wichtiges Thema, welches Ihrer Meinung nach einmal aufgefasst werden sollte? Gibt es einen besonderen Vierbeiner über den Sie erzählen möchten, eventuell auch einen verstorbenen, der Ihnen immernoch im Herzen ist oder ein aufwühlendes Ereignis, das Sie abgeben möchten? Ganz egal in welcher Form, ob eine eigene Geschichte, eine wichtige Thematik oder einfach nur ein Beitrag haben, wenn Sie etwas zu dem Inhalt dieses Tagebuchs beisteuern möchten, würde ich mehr wirklich sehr freuen!

Alle Geschichten, Themen oder Beitrage bitte an folgende Emailadresse. Gerne auch mit Fotos!

CorneliaZechel@gmx.de

Vielen Dank!

Irgendwie hab ich etwas am Laufen

was die Grundkommandos der Hunde angeht. Heute, als unsere ganze Hundescharr um mich herumstand, geschah mal wieder etwas sehr merkwürdiges. Vor kurzem habe ich hier davon erzählt, wie Lola "Hier" gelernt hat - und das von einem Moment auf den anderen. Nun ja und als ich da so heut stand und alle Hunde mich erwartungsvoll anschauten gab ich das Kommando sitz an unsere eigenen Hunde. Die haben sich dafür natürlich nicht die Bohne interessiert, warum auch hinsetzen haben sie sich wohl gedacht, gibt ja sowieso nichts abzustauben und sind beleidigt davon getrottet. Der einzige der sich hinsetzte als ich "Sitz" sagte war unser Hundebaby GINGKO. Natürlich ist es völlig unrealistisch, dass er dieses Kommando kennt, da er doch viel zu jung ist, er gerade erst aus Spanien kam wo natürlich spanisch gesprochen wird. Es war also mal wieder purer Zufall. Trotzdem freute ich mich und so gab es erst mal ne lange Streicheleinheit für Gingko-Schatz. Das witzige daran war, dass er, wie damals Lola, das mit dem Kommando verknüpfte. Nun ja jetzt kann Gingko "Sitz". Er ist ein Traumhund. Hoffentlich findet er sich bald jemanden!:-)

Hin und wieder läuft einem

als Pflegestelle ein Hund über den Weg, der einfach etwas ganz besonderes ist. Natürlich sind alle Hunde toll die man kennen lernt, natürlich herrscht bei dem ein oder anderem keine so große Symphatie aber im Grunde sind alle Hunde die man kennen lernt ganz klasse Hunde. Aber wie gesagt, manchmal gibt es den ein oder anderen Hund in den man sich wirklich verliebt. Und wenn sich die ganze Familie gleichermaßen in den Hund verliebt, kann man froh sein, wenn er dann doch schnell vermittelt ist. LILLY ist so ein Hund und wir sind sehr froh dass sie bereits Donnerstag abgeholt wird - sie ist einfach nur ein Traum!